Behandlung
Behandlungsmethoden bei Unfruchtbarkeit
Haben Sie die Diagnose für Ihren spezifischen Typ der Unfruchtbarkeit erhalten, kann die Menge möglicher Behandlungen überwältigend sein. Daher empfiehlt sich der Besuch eines Spezialisten, welcher Ihnen dabei helfen kann, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Etwas Vorabinformation wird Ihnen bei diesen Gesprächen helfen.
Als erstes bietet sich eine medikamentöse Lösung an. Zwei der bekanntesten Präparate sind Clomiphen und Gonadotropins. Die Produkte wirken auf die Fortpflanzungshormone der Frau und rufen die Produktion einer oder mehrerer Eizellen pro Ovulationszyklus hervor. Die meisten Frauen benutzen die Präparate für drei bis sechs Monate bis es zur Zeugung kommt, oder sie eine andere Behandlungsmethode probieren.
Fruchtbarkeitsmedikamente haben einige Nebeneffekte, über die Sie Bescheid wissen sollten. Clomiphen kann Kopfschmerzen, sichtbare Symptome, Hitzewallungen, Krämpfe, Blähungen und ähnliches hervorrufen. Gonadotropins kann zu Schmerzen, Blähungen und Ausschlägen führen. Sie sollten auch wissen, dass beide Präparate zu multiplen Schwangerschaften führen können.
Die typische Erfolgsquote von Fruchtbarkeitsmedikamenten liegt zwischen 20 und 60 Prozent. Allerdings entstehen diese Zahlen oft durch Kombinationsbehandlungen mit künstlicher Befruchtung.
Bei der künstlichen Befruchtung wird eine konzentrierte Dosis Sperma (von Ihrem Partner oder einem Spender) mithilfe eines Katheters direkt in Ihren Muttermund oder in die Gebärmutter injiziert. Der bekannteste Nebeneffekt dieser Behandlung sind Krämpfe am folgenden Tag. Wie bereits gesagt, findet diese Behandlung normalerweise in Kombination mit Medikamenten statt. Die Erfolgsquote liegt zwischen 5 und 25 Prozent.
In Abhängigkeit der spezifischen Diagnose, kann auch ein chirurgischer Eingriff den gewünschten Erfolg bringen. Diese Behandlungsmethode wird oft in Fällen genetischer Defekte oder blockierten Eileitern verwendet. Außerdem können so auch Endometriose, Fibroide und Zysten behandelt werden. Die Erfolgsquote variiert mit der Art des Eingriffs. Endometriose-Patienten und solche mit Vernarbungen können in 40 bis 60 Prozent der Fälle ein Kind zeugen. Bei Eingriffen an den Eileitern liegt die Erfolgsquote, abhängig vom speziellen Fall, zwischen 10 und 90 Prozent.
Bei der In-vitro Befruchtung werden Eizellen operativ aus den Eistöcken entnommen und im Labor mit dem Samen Ihres Partners oder eines Spenders befruchtet. Der Embryo wird dann in Ihren Uterus implantiert. Vermutlich werden Sie vor dieser Behandlung Fruchtbarkeitspräparate einnehmen müssen, was wiederum zu multiplen Schwangerschaften führen kann. Die Erfolgsquote dieser Behandlung liegt zwischen 28 und 35 Prozent.
Es existiert auch eine verwandte Behandlungsmethode, bei der Ihre Eizelle ebenfalls im Labor mit Sperma gemischt, aber danach wieder in die Eileiter injiziert wird. Auf diese Weise findet die Befruchtung in Ihrem Körper statt. Die Erholungszeit nach dieser Behandlung ist etwas länger und auch hier ist die Einnahme von Fruchtbarkeitspräparaten notwendig. Die Erfolgsquote liegt zwischen 25 und 30 Prozent.
Es gibt noch eine weitere Behandlungsmethode, welche hauptsächlich im Labor stattfindet – Intrazytoplastische Spermainjektion. Bei dieser Methode wird ein einzelnes Spermium in eine Eizelle injiziert. Der Embryo wird dann in Ihrer Gebärmutter implantiert. Der Unterschied bei dieser Behandlung ist die direkte, chirurgische Extraktion des Samens aus dem Körper des Mannes. Die Erfolgsquote liegt bei etwa 35 Prozent.
Wie Sie sehen, gibt es eine Vielzahl möglicher Behandlungen. Die Wahl der besten Methode für Sie selbst, sollten Sie mit Ihrem Partner und Ihrem Arzt treffen.
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